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  • In memoriam: Enkelin von Mustafa Abu al-Yazid

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    Wir alle erinnern uns daran, wie die Israelische Marine am vergangenen 31. Mai sechs Schiffe der «Free-Gaza»-Flottille enterte, dabei auf gewaltsamen Widerstand durch einige Aktivisten stiessen und als tragische Konsequenz neun der Aktivisten von israelischen Marinesoldaten getötet wurden. Das Ereignis sorgte weltweit für Aufregung. Personen jeglicher politischer Färbung äusserten sich dazu. Manche setzten sich vor allem durch Einseitigkeit in Szene, wie etwa das politische Irrlicht Henning Mankell; viele Stellungsnahmen waren aber durchaus besonnen. Und tatsächlich fällt es schwer, einen eindeutigen Schuldigen zu finden. So oder so werden wir uns wohl noch lange an das Ereignis erinnern. Erinnert sich aber noch jemand an die Tötung von Mustafa Abu al-Yazid? Und wer wusste überhaupt, dass bei Al-Yazids Abschuss auch dessen Frau, drei seiner Töchter, eine Enkelin und noch weitere Kinder, Frauen und Männer den Tod fanden? Al-Yazid war zum Zeitpunkt seines Todes die Nummer drei von Al-Kaida und er und seine Angehörigen fielen am 21. Mai in Nord-Waziristan einem amerikanischen Drohnenangriff zum Opfer. Bestätigt wurde der Tod Al-Yazids aber erst am 31. Mai, so dass die Zeitungen just am selben Tag darüber berichteten, als ihre Titelseiten voll mit Meldungen über den Tod der «Free-Gaza»-Aktivisten waren. Und die einzige Beurteilung des Angriffs in Nord-Waziristan, die man hörte, war jene der amerikanischen Regierung. Dort wurde die Aktion als grosser Erfolg gefeiert. Nichts in den Berichten deutet darauf hin, dass Al-Yazid zum Zeitpunkt seines Todes eine unmittelbare Gefahr darstellte. Es scheint noch nicht einmal klar, dass irgendein Opfer des Drohnenangriffs ausser Al-Yazid Verbindungen zur Al-Kaida hatte. Es ist hingegen ganz offensichtlich, dass zumindest die Enkelin des 1955 geborenen Al-Yazid keinerlei Schuld an den menschenverachtenden Aktivitäten der Al-Kaida treffen kann. Dass ihr Tod ohne Weiteres hingenommen wurde, sollte uns zeigen, dass wir uns erst ernsthaft mit dem moralischen Status von Kollateralschaden im Krieg auseinandersetzen müssen. Denn solange kein Konsens herrscht, dass eine Aktion wie der amerikanische Drohnenangriff vom 21. Mai keineswegs als Erfolg gesehen werden kann, solange kann auch nicht mit Fortschritten im israelisch-palästinensischen Konflikt gerechnet werden.

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